Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, ich schreibe Ihnen heute, um meiner Wut Ausdruck zu verleihen. Ich wende mich zum ersten Mal in meinem jungen Leben an einen Kommunalpolitiker, weil ich vorher noch nicht so sehr in Rage über die Zustände in dieser Stadt gebracht wurde. Ich will Ihnen meine Beweggründe nahelegen: meine Freunde und ich waren heute Abend des gemeinsamen Fußballspielens wegen verabredet. Wir kommen aus Süddinker, Rhynern, Herringen und Hamm-Süden, allesamt Schüler der zwölften Klasse. Da bei Regenwetter der Bolzplatz, wir nennen ihn "Affenkäfig", an der Talstraße in Rhynern wegen großer Schlammpfützen vor den Toren unbespielbar ist, haben wir uns entschlossen, das Spiel in Osttünnen an der Davidsstraße stattfinden zu lassen. Zwar sammelte sich dort vor einem Tor ebenfalls Wasser, doch ein freundlicher Anwohner lieh uns einen Eimer, mit dem wir das gröbste beseitigen konnten. Man könnte meinen, dass wir dann mit dem Spiel beginnen konnten. Doch zwei andere Anwohner traten an den Platz um uns von selbigem zu verweisen. Wir begannen eine Diskussion. Man hielt uns entgegen, ihre anliegenden Gärten würden unter unserem Fußballspiel leiden und wir nähmen den Kindern ihren Fußballplatz weg. Die beiden älteren Herren wiesen auf das Schild am Eingang, das Einlass nur denen gebietet, die das 17. Lebensjahr noch nicht überschritten haben. Unseren Erwiderungen, ihre Gärten litten genauso und wir nähmen den Kindern den Platz ebenso weg, wenn wir ein Jahr jünger wären, konnten sie nichts entgegensetzen, außer: "Gesetz ist Gesetz".