Nach über einem Jahr Arbeit haben die Entwickler heute Version 0.46 des freien Vektorgrafikprogramms Inkscape freigegeben. Im Vergleich zum Vorgänger wurde die Zahl der verfügbaren Funktionen erheblich erweitert – ausgedruckt umfaßt die Liste der Neuerungen rund 43 DIN-A4-Seiten.

Zu den umfangreichen Änderungen gehören u.a. ein Füllwerkzeug, das geschlossene Formen erkennt und füllt, ein Tweak-Werkzeug, mit dem sich Formen verzerren und aufrauhen (man denke an Gimps IWarp) oder sich die Farben mehrer Objekte anpassen lassen, sowie ein Werkzeug zum Zeichnen dreidimensionaler Würfel mit mehreren Fluchtpunkten. Außerdem wurden Live-Pfad-Effekte hinzugefügt, mit denen man zum Beispiel eine Form an einer anderen Kurve ausrichten kann.

Auf Vektorobjekte kann man nun SVG-Effekte anwenden, und Pixelgrafiken im Dokument lassen sich jetzt direkt mit den Filtern aus ImageMagick bearbeiten. Die Effekte und Erweiterungen bieten jetzt eine Live-Vorschau direkt auf der Zeichenfläche; auch lassen sich Farbverläufe interaktiv zuweisen und bearbeiten.

Bedeutende Arbeit wurde beim Dateiimport geleistet. So kann Inkscape nun Adobe-Illustrator- und PDF-Dateien importieren. Dank der Integration von UniConvertor können jetzt auch Dateien aus CorelDraw ab Version 7 geöffnet werden, und WMF-Dateien lassen sich nach dem Import nunmehr bearbeiten. Darüber hinaus können nun XAML-Dateien importiert werden.

Auch erste Funktionen für die Druckvorstufe wurden implementiert. So verfügt Inkscape nun nicht nur über ein eingebautes Farbmanagement, sondern exportiert PDF-Dateien von nun an wo immer möglich als Vektordaten.

Darüber hinaus wurde der Programmcode im Hinblick auf Geschwindigkeit und Präzision beim Zeichnen optimiert.

Die vollständigen Releasenotes finden sich unter: http://wiki.inkscape.org/wiki/index.php/ReleaseNotes046

Die ersten Pakete gibt es unter: http://sourceforge.net/project/showfiles.php?group_id=93438